Nun bin ich bereits drei Wochen in Uvira, Zeit also für einen ersten Bericht. Uvira liegt im Osten der RDC (République Democartique du Congo) oder Kongo – Kinshasa. Uvira heisst ein ganzes Gebiet mit ca. einer Million Einwohnern und Einwohnerinnen, gleichzeitig ist es aber auch der Name des Hauptortes. Uvira- Stadt ist für meine Begriffe aber eher ein Dorf (ich hoffe, damit niemandem auf die Zehen zu treten). Bis jetzt konnte mir auch noch niemand Auskunft über Einwohnerzahlen geben, weder genaue noch ungefähre….

Dazu muss ich natürlich sagen, dass ich ausserhalb der Organisation bei der ich arbeite und auch wohne, noch nicht wirklich Leute kennengelernt habe und auch noch nicht wirklich die Gelegenheit hatte, meinen neuen Wohnort auszukundschaften.

Mein neues zu Hause ist, wie gesagt, meine Unterkunft und mein Arbeitsplazt zugleich. Ich habe erst mal vorübergehend ein Zimmer im gleichen Haus, wo ich arbeite. Das befindet sich etwas ausserhlab im sogenannten Diplomatenviertel von Uvira. Gleich gegenüber ist die Armee einquartiert, nicht viel weiter weg ist die Polizei, das Immigrationsbüro, die Zentralbank, das UNHCR….überall trifft man auf Soldaten mit Gewehren über der Schulter, ein bisschen wier im Bahnhof Bern halt.

Auch sonst hat meine neue Umgebung mit der Schweiz so einige Gemeinsamkeiten. Alles rundum ist grün, Berge, Seen, überall laufen Ziegen herum, die Leute fahren Rad. ….

Gleich vor meiner Haustür liegt der Tanganyikasee und mit dem Rücken zum See geht es nach kurzer Zeit bereits in die Berge.

Eines der bessern Viertel von Uvira (nicht das Diplomatenviertel) liegt etwas zurück versetzt am Hang mit Aussicht auf den See und hinüber auf Burundi, am geenüberliegenden Seeufer.

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Von Uvira sind es nur vierzig Kilometer bis Bujumbura, der Hauptsadt Burundis. Ziel meines Tagesausfluges vom letzten Freitag. Da mein Visum für Burundi nächste Woche ausläuft fuhren wir am Freitagvormittag zu dritt Richtung Bujumbura los, ein Kollege, der von unserem Chef damit beauftragt war, mich durch den ganzen Prozess zu managen, unser Fahrer und ich. In Bujumbura trafen wir uns erstmal mit unserem Mittelsmann, ein Freund eines Freundes von unserem Chef. Offenbar kann man ein Visum nur innerhalb eines Tages oder überhaupt erneuern, wenn man irgendwen kennt, der irgendwelche Kontakte bei der Polizei hat. Wir haben das Visum auch tatsächlich bekommen und schafften es pünktlich vor 17:30 wieder über die Grenze, Die Grenzposten zwischen Burundi und der RDC macht am Wochenende um 17:30 dicht.

Das einzige, was unsere Freude etwas trübte, war dass mich der Stempel in meinem Pass alles in allem über 300 Dollar gekostet hat, eingerechnet die Kosten für drei Monate Verlängerung plus die Gebühren der Bank, wo ich noch mehr Geld holen musste, plus Tagesansatz unseres Mittelmannes….

Im Nachhinein würde ich die Aktion bestimmt auf halbem Weg abblasen, aber wie mir mein Kollege gestand, nachdem wir bereits alle eine Nacht über den Schreck hinweg geschlafen hatten: ich war so traumatisiert, dass ich nicht reagieren konnte. Ja, da gins uns wohl allen gleich.

Abgesehen aber vom Loch in meinem Portemonnaie war es trotzdem eine angenehme Abwechslung wiedermal in eine urbane Umgebung und auf asphaltierte Strassen zu kommen. Im Kongo ist vom Strassenbelag den noch die Belgier hinterlassen haben, nicht mehr viel übrig. Auch sonst wurde in Infrastrukturen seit der Unabhängigkeit offenbar nichts investiert. Ganz zuerst als ich vor drei Wochen hier ankam, war ich etwas schockiert, da ich mir den Ort doch etwas besser eingerichtet vorgestellt hatte. Irgendwie lebt man sich dann aber doch sehr schnell ein und bei unserer Rückkehr letzten Freitagabend überkam mich sogar fast ein wenig das Gefühl von “zu Hause”.

Und das obwohl niemand in Bujumbura verstand, warum eine Expat am Freitagabend nach Uvira zurückfährt. Expats verbringen offenbar das Wochende in Bujumbura. Mache ich bestimmt auch mal. Irgendwie muss sich das Visum ja bezahlt machen.

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2 comentarios en “20. März 2016

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