Heute werde ich auf Deutsch und Spanisch das geliche berichten. Zwar ist es nicht ganz und gar rar, dass man im Kongo auf eine Hochzeit eingeladen wird. Die Einladungen zu solchen Anlässen werden normalerweise auf zwei Personen ausgestellt und so kann es vorkommen, dass man auf eine Hochzeit mitgenommen wird, wo man gar niemanden kennt, ausser der Person natürlich, mit der man als Anhängsel mitgeht.

Trotzdem glaube ich nicht, dass ich bis Dezember noch auf andere Hochzeiten gehen werde. Ich berichte also lieber vom Fest meiner Arbeitskollegin Lisa.

Erstmal kann ich zwar nur von der “Sombe” erzählen, da das eigentliche Hochzeitsfest noch gar nicht stattgefunden hat.

Die Sombe ist so etwas, wie bei uns der Polterabend. Im Kongo werden aber nur die Frauen von ihrer Familie verabschiedet und das nur von Frauen. Für den Bräutigam gibts kein spezielles Fest. Er hat dafür auf dem Fest der Braut einen kleinen Auftritt.

Die Sombe ist also ein Fest, zu dem die Frauen eingeladen werden, Männer sind nur dabei, wenn sie eine Aufgabe haben, Chauffeur, Türsteher, Fotograph, DJ… so durfte letzten Sonntag nicht mal Lisas Vater teilnehmen.

Es ist vielleicht gut zu wissen, dass man idealerweise ein bis zwei Stunden nach dem auf der Einladung angegebenen Zeitpunkt zum Fest erscheint. Obwohl ich dem Rat der Braut folgend, innerhalb der halben Stunde Toleranzzeit, also mit etwa zwanzig Minuten Verspätung vor Ort eintraf, war ich mit ziemlichem Abstand die erste auf dem Festgelände.

Während der Feier wird gegessen, danach übergibt man der Familie der Braut Geschenke. Dazu stellt man sich in eine Reihe und tanzt dann Geschenk in der Hand in Richtung einer kleinen Bühne, wo Braut Bräutigam und eine Anzahl Familienmitglieder sitzen. Die Geschenke dürfen nicht eingepackt sein, da werden keine Ausnahmen gemacht, nicht mal für die Muzungu, die einen Ventilator überreichen durfte.

Das Geschenk hat die Braut selber gewählt. Ich hätte wohl eher Probleme gehabt, in Uvira etwas Passendes zu finden, da ich mich in der Ladenszene nicht so auskenne.

Noch vor der Sombe wird das Fest für die Übergabe der Mitgift gefeiert. Diesen Anlass hatte ich leider verpasst, da mich meine Kollegin damals etwas kurzfristig informierte und ich keine Zeit mehr hatte, eine passende Garderobe aufzutreiben. Die Sombe wollte ich mir aber nicht entgehen lassen. Ich besorgte mir also frühzeitig ein Stück des hier typischen Stoffs und liess mir einen Anzug nähen. Nähateliers sind einfach zu finden, die meisten Frauen tragen tagein tagaus “pagnes”, das sind Wickeljupes oder sie lassen sich Röcke nähen.

Es gibt also fast so viele Nähateliers in Uvira wie Beautysalons oder Coiffeurstuben.

Für meine Kollegen und Kolleginnen ist es schwierig sich vorzustellen, dass europäische Familien ihre Töchter weggeben, ohne eine Mitgift auszuhandeln. Für viele Paare hier bedeutet heiraten, sich erstmal zu verschulden, da die Familie der Braut eine Aussteuer verlangt, meistens sind das Geldsummen aber auch Kühe, Ziegen, Hausrat oder gleich alles zusammen.

Für beide Familien kommen dann noch die Ausgaben für die Festlichkeiten dazu.

Trotzdem war ich etwas verwundert, dass die Familie von Lisa beschloss, zu sparen und die Hochzeit – erstmal für dieses Wochenende vorgesehen – nun auf ein unbestimmtes Datum zu verschieben. Offenbar gibts noch jemanden in der Familie, der in der nächsten Zeit heiraten wird, also wartet man, um einen gemeinsamen Anlass organisieren zu können.

Ich hoffe nur, das Fest findet vor meiner Abreise statt. Sonst müsste ich mich schlussendlich doch noch nach einem alternativen Anlass umschauen, um in den Genuss einer Hochzeit à la conglaise zu kommen.

Und um nicht vom Thema Festlichkeiten abzuweichen, über die letzten Wochen fand in Uvira die Kermes statt, ein Dorffest, das alle in Begeisterung versetzt. Eigentlich gibts zwar nur Konzerte, zu essen und zu trinken, aber die Leute finden es super super schön! Gibt halt sonst übers Jahr nicht wirklich viel Unterhaltung im Dorf.

Selber habe ichs auch genossen, muss ich sagen.

Hier noch ein para Fotos von der Sombe. Leider habe ich vergessen auf dem Fest jemandem mein Telefon in die Hand zu drücken, damit ich auch auf ein Bild komme.

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